Browser-Fingerprinting statt Cookies – So schützen Sie sich

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Anonymität im Netz ist für immer mehr User ein wichtiges Thema. Heute erlauben Browser es, zahlreiche Einstellungen vorzunehmen, damit die Aktivitäten ihrer Nutzer nicht verfolgt werden können. Das Browser-Fingerprinting ist eine relativ neue Methode der Werbewirtschaft, um diese Schutzmaßnahmen zu umgehen. 


Frau mit Handy und Grafik eines Fingerabdrucks über dem Handy und einem geöffneten Schloss mit vielen Icons drum herum

Durch die Kombination vieler Browser-Einstellungen entsteht für jede Person ein einzigartiger Fingerabdruck (TZIDO SUN / shutterstock.com)

Browser-Fingerprinting – die Rasterfahndung nach Browsern

Das Browser-Fingerprinting erinnert ein wenig an die Rasterfahndung. Bei der Rasterfahndung werden verschiedene Merkmale einer Person kombiniert, die für sich genommen völlig unverfänglich sind und auf sehr viele Personen zutreffen. Wenn man über genügend solcher Informationen verfügt, bleibt am Ende oft nur eine Person übrig, die alle Kriterien erfüllt. Das Browser-Fingerprinting tut dasselbe mit Browsern. Bei der Installation eines Browsers werden zahlreiche Einstellungen automatisch vorgenommen, abhängig von der Hardware. Zusätzlich nehmen die meisten User selbst individuelle Anpassungen vor. Jede einzelne dieser Einstellungen kommt auf Millionen von Browsern vor, aber die Kombination aller Einstellungen ist fast so eindeutig wie ein Fingerabdruck.

Ein Ersatz für Cookies

Cookies sind kleine Dateien, die Webseiten auf den Rechnern der Besucher speichern. Der Webseitenbetreiber protokolliert Ihre Aktivitäten auf seiner Seite. Bei Ihrem nächsten Besuch auf der Seite ordnet er Ihnen dieses Protokoll anhand der Cookies zu – oder eben anhand des Browser-Fingerprints. Nicht jedem gefällt das, aber manchen schon. Der Online-Shop weiß sofort, wonach Sie wahrscheinlich suchen. Und das Nachrichtenportal weiß ebenfalls sofort, ob Sie sich eher für Sport oder Politik interessieren und zeigt die passenden Meldungen zuerst an. Und selbstverständlich weiß auch die Werbewirtschaft, wofür Sie sich wahrscheinlich interessieren. Wenn Ihnen das so gefällt, ist das Browser-Fingerprinting für Sie kein Problem. Problematisch ist allerdings, dass sich die Werbewirtschaft so über die Entscheidung derer hinwegsetzt, die sich entschlossen haben, keine Cookies zu erlauben.

Was schützt gegen Browser-Fingerprinting?

Streng genommen sind hier zwei Fragen zu unterscheiden. Die erste Frage lautet, wie Sie verhindern können, dass Ihre Aktivitäten verfolgt werden können, Sie also von der Werbewirtschaft auf verschiedenen Webseiten als dieselbe Person erkannt werden. Die zweite Frage lautet, wie Sie verhindern können, dass dieses digitale Profil Ihnen als Person zugeordnet werden kann. Daran ist übrigens längst nicht jedes Unternehmen der Werbewirtschaft interessiert. Den meisten reicht es vollkommen aus zu wissen, welche Waren Sie gewöhnlich online einkaufen und wofür Sie sich interessieren. Welche reale Person sich hinter dem digitalen Kundenprofil verbirgt, ist dabei eher uninteressant.

Frage 1: Wie verhindern Sie die Verfolgung Ihrer Aktivitäten?

Dazu müssen Sie einige Einstellungen am Browser vornehmen, die im Detail leider bei jedem Browser ein wenig anders aussehen. Das wichtigste Feature heißt zum Beispiel bei Firefox „Privates Fenster“. In einem solchen Fenster werden keine Cookies, temporäre Dateien und auch keine Einträge für die Suchhistorie gespeichert. Dies sind sozusagen die Grundvoraussetzungen, um überhaupt an anonymes Surfen denken zu könne. Zusätzlich sollten Sie Javascript deaktivieren. Damit wird die Ausführung vieler Scripte verhindert, mittels derer Einstellungen ausgelesen werden können. Um alle Scripte zu blockieren, müssen Sie eine Browsererweiterung installieren, beispielsweise „NoScript“. Zusätzlich erlauben es moderne Browser, die meisten der so genannten Tracker zu blockieren, mit denen Ihre Aktivitäten verfolgt werden. Außerdem senden sie auf Wunsch eine Information an die besuchten Websites, dass Sie nicht verfolgt werden möchten. Das klingt merkwürdig, aber viele seriöse Portale beachten diesen Hinweis tatsächlich.

Frage 2: Wie verhindern Sie, persönlich identifiziert zu werden?

Der wichtigste Schlüssel zur persönlichen Zuordnung ist die IP-Adresse. Diese lässt sich wirksam blockieren. Sie können beispielsweise einen Tor Browser nutzen. Alternativ stehen viele kostenlose Browsererweiterungen zur Verfügung, um eine Verbindung über eine ausländische IP-Adresse aufzubauen. Diese Tools dienten ursprünglich dazu, das so genannte Geoblocking zu umgehen. Sie leisten aber auch gute Dienste bei der Anonymisierung.

Nicht alle Maßnahmen sind ohne Nebenwirkungen

Erwähnt werden sollte, dass einige Schutzmaßnahmen mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sind. Das Maskieren der IP-Adresse kann die Internetverbindung langsamer machen und das Blockieren von Scripten kann dazu führen, dass einige Seiten nicht erreichbar sind.

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