Deutschland: WLAN und Hotspots wenig verbreitet, aber sicher

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Deutschland und seine Mobilfunknetze! Das Problem der mangelhaften Netzabdeckung ist inzwischen sogar in der Politik angekommen. Offene WLANs sind zwar im eigentlichen Sinne keine Mobilfunknetze, erfüllen aber einen ähnliche Zweck.


Schild mit WiFi Symbol in einem Restaurant

Freies WLAN ist in Deutschland nur wenig verbreitet, dafür ist es aber sicher. (bernardhermant/unsplash.com)

Sie ermöglichen den mobilen Internetzugriff und entlasten dabei sogar die echten Mobilfunknetze. So gesehen ist es wenig überraschend, dass Deutschland auch bei den Hotspots der internationalen Konkurrenz weit hinterher hinkt.

Nicht einmal zwei Hotspots auf 10.000 Einwohner

Rein statistisch entfallen in Deutschland auf 10.000 Einwohner nicht einmal zwei offene WLANs. Zum Vergleich: In Südkorea sind es 37 Hotspots und Großbritannien kann auf 29 Hotspots je 10.000 Einwohner verweisen. Aber wenigstens bei der Sicherheit kann Deutschland punkten. Immerhin 88 Prozent der hiesigen freien WLANs sind verschlüsselt, während in vielen anderen Ländern nicht einmal die Hälfte der Hotspots eine verschlüsselte Datenübertragung gewährleistet.

Auch verschlüsselte WLANs sind nicht sicher

Verschlüsselte WLANs sorgen zumindest dafür, dass nicht jeder andere User im selben WLAN einfach die gesamte Kommunikation mitlesen kann. Aber auch verschlüsselte Hotspots bieten Hackern verschiedene Angriffsmöglichkeiten. Beispielsweise können Angreifer selbst einen WLAN-Router betreiben, mit dem sich die Smartphones der arglosen Nutzer verbinden. Für wirklich sensible Transaktionen wie zum Beispiel das Online-Banking sind offene WLANs daher auch mit aktivierter Verschlüsselung nicht zu empfehlen.

Besserung ist in Sicht

Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Hotspots in Deutschland rasch ansteigen wird. Im Rahmen des Projekts WIFI4EU fördert die EU die Einrichtung öffentlicher WLANs in insgesamt 2800 Kommunen, darunter auch 244 deutsche Städte. Ob auch Ihre Stadt dabei ist, können Sie dieser Liste entnehmen. Im Jahr 2019 wird darüber hinaus eine zentrale Authentifizierungsplattform den Betrieb aufnehmen. Dort können Sie sich dann einmalig kostenlos anmelden und anschließend alle WLANs dieses Projekts ohne erneute Anmeldung nutzen.

Störerhaftung für offene WLANs entfällt weitgehend

Auch die weitgehende Abschaffung der so genannten Störerhaftung wird vermutlich die Zahl der Hotspots deutlich steigen lassen. Als Störer gilt im rechtlichen Sinne jemand, der zwar nichts Verbotenes tut, aber anderen die Möglichkeit dazu eröffnet. Lange galten in Deutschland die Betreiber offener WLANs als Störer in diesem Sinne. Das bedeutete, dass sie beispielsweise für Urheberrechtsverletzungen hafteten, die andere über ihr WLAN begangen haben. Diese Störerhaftung wurde abgeschafft. Damit können zum Beispiel Geschäfte und Restaurants jetzt offene Netze anbieten, ohne sich hohen Haftungsrisiken auszusetzen.

Nur nicht verwirren lassen!

Es geistern noch gelegentlich Altfälle durch die Medien, in denen Betreiber von WLANs noch nach der alten Rechtslage auf Schadensersatz verklagt wurden oder kostenpflichtig abgemahnt wurden. Für solche Fälle hat der BGH entschieden, dass über die Abmahnkosten nach alter Rechtslage entschieden werden muss, über die damit verbundene Forderung nach Abgabe einer Unterlassungserklärung aber nach neuer Rechtslage. Dies führt zu der merkwürdigen Situation, dass die Abmahnkosten zwar bezahlt werden müssen, die Abmahnung selbst aber keine Folgen hat. Wer heute ein offenes WLAN einrichtet, hat mit der alten Rechtslage nichts mehr zu tun und muss daher auch keine Abmahnkosten fürchten.

Eine Familienanschluss ist kein offenes WLAN

Dass ein privater Internetanschluss von der ganzen Familie genutzt wird, macht ihn noch nicht zum offenen WLAN. Der EUGH hatte sich kürzlich mit einer Urheberrechtsverletzung zu beschäftigen, für die der Anschlussinhaber geltend machte, dass sie wohl von einem anderen Familienmitglied begangen worden sein muss. Als Verwandter habe er aber ein Aussageverweigerungsrecht, deshalb müsse er den Schuldigen nicht nennen. Das ging dem EUGH dann doch zu weit, der Anschlussinhaber haftet in solchen Fällen also weiterhin.

 

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