Gesundheit geht vor? Datenklau durch Fitness-Apps

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Kontrollieren, Auswerten und Überwachen – verschiedene Apps geben uns das Gefühl etwas für unsere Gesundheit zu tun, indem wir streng Protokoll über unsere Aktivitäten und unsere Ernährung führen. Auch Bio-Daten wie z.B. Blutdruckmessungen werden mithilfe zusätzlicher Fitnessarmbänder fleißig gesammelt. Dabei gibt es aus User-Sicht kaum Möglichkeiten zu kontrollieren, wie diese Daten weiter verwendet werden.


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Jede fünfte Person in Deutschland nutz laut einer Studie Fittness-Apps (Autor: d26b73 / flickr.com)

„Gerade mit Blick auf Risiken wie den Datenmissbrauch zeigt sich hier ein bemerkenswerter Verdrängungsprozess“, erklärte Gesundheitsforscher Christoph Dockweiler von der Universität gegenüber FOCUS. In seiner Studie befragte er bundesweit 675 Hochulabsolventen und fand heraus, dass ein Drittel aller Umfrageteilnehmer eine Gesundheits-App nutzen, z.B. zur Messung der täglichen Bewegung. Laut einer Studie des Universitätsklinikums Freiburg nutzt jede fünfte Person in Deutschland solche Apps – der Markt boomt.

Big Data – lückenlose Überwachung

Neben Namen, E-Mail-Adressen und Handynummern geben wir in Apps wie „Runtastic“, „MyFitnessPal“, „Fitbit“ oder „NetDoktor“ weit mehr preis: z.B. gesundheitliche Leiden, Lebensgewohnheiten und unseren Standort, der per GPS getrackt werden kann. Mit Programmen, die beim Bekämpfen von Schlafproblemen helfen sollen, liefern wir so sogar nachts jede Menge Daten, die Dritte für sich nutzen können. Über den Anbieter der Software und seine Motive erfahren wir andersrum hingegen wenig. Im harmlosesten Fall geht es lediglich um Werbung. Jedoch verraten die Apps auch, wann wir nicht zu Hause sind – ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt…

„Genau hinschauen“ lautet die Devise

Vor dem Download sollten Nutzer sich erkundigen, ob eine Datenschutzerklärung überhaupt existiert – sonst folgt schnell eine gewinnbringende Weitergabe persönlicher Informationen an Dritte. Auch wenn es wenig unterhaltsam scheint: Man sollte sich die Datenschutzerklärung genau durchlesen. Ist die App erst einmal installiert, können zusätzliche Privatsphäre-Einstellungen vorgenommen werden. So lässt sich oft schon durch ein einfaches Häkchen die Veröffentlichung von Infos (Angaben zur Person, Laufroute, Trainingserfolge, …) vermeiden. Ein weiterer Tipp: Mit dem Starten der App, z.B. bei Lauftrainern, nicht direkt vor der eigenen Haustür beginnen.

Wer ist für Sicherheitslücken verantwortlich?

Obwohl die App-Shop-Betreiber Programme bereits in Bezug auf einige Parameter überprüfen, gewährt dies keine ausreichende Sicherheit – und sie sind nicht allein für den Datenschutz zuständig. Auch Anbieter stehen in der Verantwortung. Die aktuellen Rechtsgrundlagen in Europa decken das Feld der mobilen Anwendungen bisher nicht ausreichend ab.

Im Dezember 2015 haben sich daher die Europäische Kommission, das Parlament und der Rat der Europäischen Union politisch auf das zukünftige, überarbeitete Datenschutzrecht geeinigt. Nur leider liegen Theorie und Praxis noch weit auseinander, denn das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht schreibt: „Rechtlich verbindlich werden diese neuen Regelungen für den Datenschutz in Europa dann zwei Jahre nach Verkündigung des Textes im Amtsblatt, also etwa im März 2018.

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