Neue Betrugsmasche: Geschenkkarten für umsonst!

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Im Grunde geht es wieder einmal um ein altbekanntes Problem. Im Internet aktive Werbefirmen werden üblicherweise für bestimmte Aktionen von Usern bezahlt. Ein paar Cent bekommen sie, wenn jemand auf eine Anzeige klickt. Wenn ein User sich mit seinen vollständigen Daten bei einem Auftraggeber der Werbefirmen registriert, fällt die Bezahlung entsprechend höher aus.


Hand hält einen Geschenkgutschein

Ob Amazon oder iTunes – bei der neuen Betrugsmasche gibt es Gutscheine angeblich gratis (Andrey_Popov / shutterstock.com)

Falls ein User sogar einen Vertrag abschließt, also beispielsweise eine kostenpflichtiges Abo, werden durchaus zweistellige Eurobeträge pro Abschluss bezahlt. Kein Wunder also, dass die Werbeunternehmen teilweise zu dubiosen Tricks greifen, um User auf ihre Websites zu locken.

Betrug mit Geschenkkarten

Eine aktuelle Variante dieses Betrugsschemas besteht darin, den Usern Geschenkgutscheine zu versprechen, die beispielsweise bei Amazon oder iTunes eingelöst werden können. Wenn jemand die vermeintliche Gutscheinseite anklickt, wird er aufgefordert zu beweisen, dass er ein realer User und kein Bot ist. Dies ist an sich nicht ungewöhnlich, meist dienen zu diesem Zweck die inzwischen allgemein bekannten Captchas. Auf den betrügerischen Gutscheinseiten werden stattdessen jedoch sehr merkwürdige Nachweise gefordert.

Formulare, Downloads, Abos

Manchmal wird der User aufgefordert, ein Formular auszufüllen, in dem sehr umfangreiche Informationen abgefragt werden. Neben dem Namen und der Anschrift werden auch die E-Mail Adresse, eine Telefonnummer und oft sogar eine Bankverbindung erfragt, alternativ auch die Daten einer Kreditkarte. Noch dreister gehen andere vor, bei denen der Abschluss eines kostenpflichtigen Abos angeblich eine Voraussetzung für den Erhalt des Geschenkgutscheins ist. Manchmal wird auch behauptet, der Gutschein könne nur übersandt werden, wenn zuvor eine spezielle Software installiert wird. Im Normalfall handelt es sich dabei um Adware, die den Rechner mit Werbung überschwemmt.

In der Grauzone

Die Grenzen zwischen seriösen und unseriösen Werbeunternehmen im Internet sind unscharf. Auch die unseriösen Anbieter achten darauf, möglichst keinen Betrug im strengen rechtlichen Sinne zu begehen. In gewissem Sinne sind sie mit den bekannten Drückerkolonnen aus der realen Welt vergleichbar, die zwar mit aggressiven und dubiosen Methoden arbeiten, aber teilweise Abos seriöser Verlage verkaufen. Wenn sie in den eindeutig illegalen Bereich abdriften, werden sie als Vertriebspartner nicht mehr geduldet. Ähnliche Regeln gelten auch im Netz. Eindeutig illegal sind aber die Anbieter, die Geschenkkarten versprechen, die es in Wahrheit gar nicht gibt.

Gibt es tatsächlich seriöse Geschenkkarten?

Ja, und zwar sehr viele. Große Anbieter wie Amazon oder Google Play verkaufen Geschenkgutscheine an Drittanbieter, die diese zu Werbezwecken einsetzen. Wenn ein solcher Gutschein als Zusatzprämie ab einem bestimmten Einkaufswert versprochen wird, ist das durchaus nachvollziehbar, wenn Einkaufswert und Gutscheinhöhe in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Plausibel ist beispielsweise auch, wenn eine Versicherungsplattform Ihnen einen Gutschein dafür verspricht, Ihre Kontaktdaten an mehrere Versicherungen weitergeben zu dürfen. Vermutlich sind Sie auf die Plattform gelangt, weil Sie gerade eine Versicherung suchen. In der Marketingsprache sind Sie daher ein hochwertiger „Lead“, für den Versicherungen gerne ein paar Euro zahlen. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn überhaupt nicht erkennbar ist, was sich der Anbieter davon versprechen könnte, Ihnen einen Gutschein zu schenken.

Alternative Maschen der Werbefirmen

Neben den Geschenkkarten setzen Werbetreibende auch andere Köder ein, um an Daten und an Klicks zu kommen. Sehr verbreitet ist Suche nach Produkttestern, die angeblich im Auftrag großer Firmen neue Produkte testen sollen. Der Trick an diesem Verfahren besteht darin, dass es durchaus nachvollziehbar erscheint, dass das Unternehmen viele Informationen über Interessen und Vorlieben abfragt, um geeignete „Tester“ herauszufiltern. Genau solche Informationen braucht die Werbebranche! Manchmal allerdings ist es mehr als erstaunlich, dass offenbar kein angebliches „neues Produkt“ zu kurios erscheint, um seine Opfer zu finden. Ein Beispiel gefällig? Bitte sehr! Letztlich kommt als Datensammelmethode alles infrage, was die Eingabe persönlicher Daten erfordert, also beispielsweise auch Meinungsumfragen oder angebliche Online-Petitionen. Wann immer Sie sich auf einer Seite registrieren, sollte der Blick in die Datenschutzerklärung also dazu gehören. Recht hilfreich ist übrigens, in der teilweise recht umfangreichen Datenschutzerklärung eine Volltextsuche nach „Marketing“ oder „zu Werbezwecken“ durchzuführen.

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