Smart Home öffnet Hackern die Tür

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Vernetzte Zahnbürsten und Kaffeemaschinen interessieren Sie nicht, den Quatsch brauchen Sie nicht? Da haben Sie wohl Recht, so etwas braucht wirklich kaum jemand. Fatal wäre aber anzunehmen, dass das Ganze deswegen nicht Ihr Problem sei.


Google Home steht auf einem Tisch neben einem Buch

Die smarten Alltagsbegleiter, die in vielen Haushalten zu finden sind, kommen Hackern gerade Recht. (Thomas Kolnowski / unsplash.com)

Wenn Sie ein WLAN nutzen, verbinden sich solche Geräte oft automatisch. Dann wird die Zahnbürste schnell zum Einfallstor für Hacker in Ihr WLAN, an dem auch Ihr PC und Ihr Smartphone hängen.

Das Grundproblem des Smart Home

Ein wichtiger Grund für die Sicherheitsprobleme liegt darin, dass es Hersteller von elektrischen Geräten fast nichts kostet, ihre Geräte internetfähig zu machen. Die dazu notwendigen Chips sind Billigware aus der Massenproduktion. Diese Chance nutzen immer mehr Hersteller, von denen die meisten bisher nie mit dem Thema Internetsicherheit zu tun hatten. Für viele Produkte sind daher Sicherheitsupdates der Software überhaupt nicht vorgesehen. Wenn sie es doch sind, ist die Update-Prozedur oft so langwierig, dass kaum jemand die Updates durchführt. Anders als bei Computern und Smartphones werden Sicherheitslücken also oft nicht geschlossen, nachdem sie entdeckt wurden.

Welche Angriffe drohen dem vernetzen Zuhause?

Eine naheliegende Gefahr ist natürlich das Abschalten der Alarmanlage. Tatsächlich haben sich viele der über das Smartphone überwachten Systeme als anfällig erwiesen. Aber zumindest sind sich die Anbieter solcher Systeme des Sicherheitsrisikos bewusst und arbeiten an Verbesserungen. Anders sieht es bei Angriffen nach dem Vorbild der Verschlüsselungstrojaner aus. Gemeint sind solche Angriffe, bei denen Hacker die Heizung, den Fernseher oder ein anderes Gerät lahmlegen könnten und für die Freischaltung ein Lösegeld fordern. Es kann sehr lästig sein, wenn die intelligent vernetzte Heizung im Winter von Hackern kontrolliert wird.

Ein Botnetz aus intelligenten Haushaltsgeräten

Keine Fiktion sind Botnetze aus Smart Home Geräten. Gemeint ist hier nicht die Art von Bots, die in sozialen Medien automatisch Beiträge teilen oder gar selbst verfassen, um politische Meinungsbildungsprozesse zu beeinflussen. Das wäre dann doch ein bisschen zu viel verlangt von der armen Zahnbürste. Gemeint sind vielmehr die Bots, die für Angriffe im Netz genutzt werden, bei denen Systeme mit einer Vielzahl synchroner Anfragen überlastet werden. Solche Angriffe wurden schon durchgeführt, indem Angreifer die Kontrolle über private Überwachungskameras übernahmen. Diese boten sich zu diesem Zweck an, weil die Übertagungen erhebliche Datenmengen produzieren. Wenn zahlreiche Kameras gleichzeitig Bilder an ein Zielsystem senden, führt dies unweigerlich zur Überlastung der Verbindung.

Kann man das Smart Home schützen?

Zumindest können Sie die Sicherheit deutlich steigern. Die erste Regel lautet, an jedem Gerät das werksseitig voreingestellte Passwort zu ändern. Für den eben erwähnten Angriff mit den Kameras wurde zum Beispiel ausschließlich solche genutzt, deren voreingestelltes Passwort nicht geändert wurde. Daneben gibt es einige Smart Home Steuerungen, die einen recht guten Schutz bieten. Insbesondere kann eine solche zentrale Steuerung verhindern, dass Hacker von einem ungesicherten Gerät aus Durchgriff auf das gesamte Heimnetzwerk erhalten. Allerdings halten längst nicht alle Lösungen, was sie versprechen. Sie sollten also vor der Anschaffung aktuelle Tests zu Rate ziehen.

Ausschließlich verschlüsselte Verbindungen nutzen

Für die Fernsteuerung des Smart Home sollten ausschließlich verschlüsselte Verbindungen genutzt werden. Wenn Sie eine cloudbasierte Variante nutzen, die über ein Portal des Anbieters gesteuert wird, sorgt der Anbieter für die Verschlüsselung. Sie müssen in diesem Fall nur ein sicheres Passwort vergeben. Falls Sie sich mit dem Smartphone direkt mit dem Heimnetzwerk verbinden, sollte dies nur über eine verschlüsselte VPN-Verbindung erfolgen. Diese müssen Sie zuvor an Ihrem Internetrouter einrichten, was zugegebenermaßen ein wenig mühsam ist.

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