WM 2018 in Russland – WLAN-Hotspots in den Spielorten sind ungesichert

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Russland lässt sich bei prestigeträchtigen Großveranstaltungen nicht lumpen. Schon bei den olympischen Winterspielen in Sotschi wurden viele Milliarden investiert, um sich von der besten Seite zu zeigen. Jetzt steht mit der Fußball Weltmeisterschaft das größte Sportereignis der Welt an. 


Logo der Weltmeisterschaft 2018 in Russland, auf rotem Hintergrund

Die WM 2018 findet in Russland statt. Doch die Sicherheit der zur Verfügung gestellten Hotspots ist fraglich (R T / shutterstock.com)

Und wieder wurden keine Kosten und Mühen gescheut, den Besuchern aus aller Welt ein modernes Land zu präsentieren. Dazu zählen auch 32.000 öffentliche WLAN-Hotspots in den Austragungsorten der WM. Für die Besucher ist das sicher eine gute Sache – wenn man weiß, was man tut.

Viele WLAN-Hotspots ohne Verschlüsselung

Kaspersky Lab hat sich die Hotspots genauer angeschaut und ist dabei auf 7176 nicht verschlüsselte WLANs gestoßen. Besonders hoch ist der Anteil der ungesicherten Hotspots in Sankt Petersburg, Kaliningrad und Rostow am Don. Ein nicht verschlüsseltes WLAN ist so leicht abzuhören, dass man die Angreifer kaum noch als „Hacker“ bezeichnen kann. Man braucht dazu weder eine teure Ausrüstung noch besondere Fachkenntnisse.

Sollte man unverschlüsselte Hotspots meiden?

Nicht unbedingt. Ein unverschlüsseltes WLAN ist ein bequemer und kostenloser Weg, ohne Eingabe eines Benutzernamens oder eines Kennworts schnell ins Internet zu gehen. Solange Sie sich bewusst sind, dass Ihnen dabei wahrscheinlich ein paar Leute unbemerkt zusehen und Sie das nicht stört, können Sie solche Hotspots durchaus nutzen. Kritisch wird es, wenn Sie Ihre Social Media Accounts oder passwortgeschützte Anwendungen nutzen. Die Gefahr ist sehr groß, dann Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden. Dass die Nutzung des Online-Bankings natürlich überhaupt nicht in Betracht kommt, versteht sich von selbst.

Vor dem Abflug die Einstellungen prüfen

Solange man sich der Gefahr bewusst ist, kann man also auch unverschlüsselte WLANs zumindest eingeschränkt nutzen. Es lauern aber zwei versteckte Risiken, die leicht übersehen werden können. Erstens wird Ihr Smartphone sich unbemerkt mit einem unverschlüsselten WLAN verbinden, wenn die automatische Verbindung mit verfügbaren WLANs eingestellt ist. Sie merken also nicht unbedingt, wenn Sie über ein solches Netz surfen. Zweitens ist in vielen Apps eine automatische Anmeldung voreingestellt. Es können also auch ohne manuelle Eingabe Passwörter übertragen werden. Sie sollten also vor dem Abflug die Einstellungen Ihres Smartphones überprüfen.

Verschlüsselte Verbindungen schützen

Die WLAN-Verschlüsselung betrifft nur den Datenverkehr zwischen dem Hotspot und dem Endgerät. Diese darf nicht verwechselt werden mit der verschlüsselten Kommunikation zwischen dem Webserver und dem Browser beziehungsweise der App. Solche verschlüsselten Verbindungen sind daran erkennbar, dass die Adresse mit https:// statt http:// beginnt. Diese Verschlüsselung funktioniert auch in unverschlüsselten WLANs, weil es sich um eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung handelt. Diese bietet im unverschlüsselten WLAN zwar auch keinen absoluten Schutz, macht Angreifern das Leben aber deutlich schwerer.

Kein öffentliches WLAN ist absolut sicher

Auch im verschlüsselten WLAN werden die Daten per Funk im öffentlichen Raum übertragen. Es ist schon intuitiv klar, dass dies zusätzliche Unsicherheit bedeutet, verglichen mit einem Kabel zwischen dem PC und dem Internetmodem auf dem Schreibtisch. Angreifer können dies zum Beispiel nutzen, indem sie selbst unbemerkt einen WLAN-Hotspot installieren. Oder sie können die verschlüsselten Daten abfangen und versuchen, diese mit einem erratenen Passwort zu entschlüsseln. Bei schwachen Passwörtern gelingt ihnen das meist, indem sie einfach alle Wörter aus einem Wörterbuch ausprobieren.

Vorsicht Kostenfalle!

Wenn Sie sich entschließen, aufgrund dieser Unsicherheiten in Russland kein WLAN zu nutzen, sollten Sie die Kosten nicht aus dem Auge verlieren. Da Russland bekanntlich kein EU-Mitglied ist, greift dort die europaweite Deckelung der Roaming-Gebühren nicht. Deutlich preiswerter ist es daher, sich eine SIM-Karte eines russischen Providers zu besorgen. Das sollten Sie übrigens besser vor Ort tun, Sie werden dabei zur Vorlage Ihres Reisepasses aufgefordert werden. Seit Anfang dieses Jahres sind anonyme SIM-Karten in Russland verboten, sie werden aber noch immer im Web angeboten.

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